Wie man einen Vulkan besteigt – Gunung Batur auf Bali!

Der Gunung Batur ist einer der zwei Vulkane hier auf Bali, er befindet sich in einer großen Kaldera im Norden der Insel und kann zusammen mit einem Guide erklommen werden. Wir haben diese Tour während unseres Aufenthalts auf Bali unternommen und möchten euch hier unsere Tipps zur Planung und Vorbereitung dieser Tour geben.

Wichtig ist bei dieser Tour zu erwähnen, dass es nicht nur eine „Sonnenaufgangstour“ gibt, die man hier auf Bali unternehmen kann. Der Gunung Agung zum Beispiel ist ein weit höherer Vulkan, etwas weiter im Osten der Insel gelegen. Der dortige Ausblick soll die gesamte Insel umfassen und kann gut mit einem Besuch in einem der wichtigsten Tempel der Insel verbunden werden.

Wir haben uns jedoch für den Gunung Batur entschieden, da zum einen viele Leute den Blick über die Kaldera bevorzugen und (wenn man es selber plant) es sich gut mit einem Besuch in den heißen Quellen zu verbinden lässt.

Wenn man sich also nach einer Tour auf diesen Vulkan erkundigt, wird einem im Süden Balis oft ein Preis von etwa 50€ pP angeboten einschließlich Transport und Frühstück.
Auch wenn man an diesem vielleicht noch ein wenig herum handeln kann, erschien uns dieser Preis ein wenig zu teuer, weswegen wir tatsächlich überlegt haben den Berg alleine zu besteigen. Dies sollte man aus verschiedenen Gründen, welche ich später erkläre, nicht machen – es gibt jedoch eine Möglichkeit, wie man viel Geld bei dieser Tour sparen kann.

Die Anreise zum Gunugn Batur

Der wichtigste Punkt bei dieser Planung ist wohl, dass man sich die Tour wie erwähnt zu einem gewissen Grad selber plant und organisiert. Wir sind mit unserem gemieteten Roller also den Tag vor unserem Aufstieg selber in das kleine Dorf Toya Bungkah gefahren, welches am Fuße des Vulkans innerhalb der Kaldera liegt. Um dort hinzukommen fährt man von Ubud aus einfach in Richtung der Reisterrassen, folgt dieser teilweise steil ansteigenden Straße dann bis man oben am äußeren Krater der Kaldera angekommen ist. Hier sind unsere Tipps zum Roller fahren auf Bali.

Dort ist eine kleine Eintrittsgebühr fällig, wobei man gleich mit einem tollen Panorama auf die Kaldera und den Gunung Batur belohnt wird. An der Kreuzung nach dem Tickethäuschen biegt man rechts ab und fährt auf dem Kraterrand bis zur ersten Kreuzung. Dort geht es dann Links ab in die Kaldera, einer steilen Straße, die viel Respekt und vor allem Bremsen erfordert. Von dort aus ist das Dorf Toya Bungkah einfach ausgeschildert, man muss nur den Schildern folgen.

Wie sich herausstellte, konnte man auch am selben Tag noch einen Guide für den Aufstieg finden und wir konnten dadurch, dass wir selber gefahren sind eine Menge Geld sparen. Wir waren 2 Personen und haben einen Preis von etwa 30€ für die Tour bekommen. Wir denken, dass dieser Preisunterschied sehr beträchtlich ist, müssen aber auch erwähnen, dass wir außerhalb der Saison waren. Zum anderen schließt dieser Preis auch das Hotel nicht ein – dies würde bei einer im Süden organisierten Tour nicht anfallen, sollte also im Kopf behalten werden.

Achtet dabei darauf, auf welchen Gipfel des Vulkans ihr steigen wollt. Der Gunung Batur hat tatsächlich mehrere Gipfel, welche nicht alle gleich hoch sind. Wir persönlich haben alle gesehen und können sagen, dass man nicht unbedingt auf den höchsten Gipfel für die tollste Aussicht klettern muss. Trotzdem gibt es wohl einige, die unbedingt auf den höchsten Gipfel steigen möchten, also klärt das am besten mit dem Guide ab.

Hierbei ist auch ein wichtiger Punkt klar geworden, warum man den Vulkan nicht alleine erklimmen sollte: Es gibt strikte Regulierungen wer den Berg wie besteigen darf.

  1. Touristen dürfen den Berg leider unter keinen Umständen alleine besteigen, da anscheinend bereits Leute bei dem Versuch verunglückt und verschwunden sind.
  2. Überhaupt ist der Weg unten im Dschungel schwer zu finden, während der Weg weiter oben im Lavafeld sehr beschwerlich, wenn nicht sogar gefährlich ist. Mit dem Guide kann man sich sicher sein, dass man direkt den richtigen Weg wählt und dann tatsächlich zum Sonnenaufgang oben ist.
  3. Zum anderen darf ein Guide maximal 4 Leute mitnehmen – da ich auch Gruppen mit bis zu 6 Leuten gesehen habe, scheint das mehr eine Richtlinie als eine tatsächliche Regel zu sein, dies liegt aber im Ermessen des Guides und diese werden dabei wohl kaum übertreiben denn zu guter Letzt:
  4. Um als Trekking Guide Touristen auf den Gunung Batur führen zu dürfen, müssen die Guides von der zuständigen Organisation zertifiziert sein.

Da ihr beim Aufstieg, auf dem Gipfel und beim Abstieg unweigerlich auf andere Gruppen mit Guides treffen werdet, solltet ihr am besten auf diese Punkte aufpassen, da es richtig Stress geben kann sollte sich herausstellen, dass etwas nicht stimmt.

Sich einen Guide zu suchen, hat aber auch seine Vorteile. Wir haben unseren Guide getroffen, als er sich die Prozession zu einer gleichzeitig stattfindenden Hochzeit angesehen hat. Nach der Parade haben wir uns über unsere Tour geeinigt, woraufhin er uns zu sich nach Hause eingeladen hat. Dort konnten wir während eines indonesischen Kaffees viel über das Leben am Fuße des Gunung Batur und dessen Geschichte erfahren, eine Erfahrung die man als einfacher Ressort Tourist wohl kaum erhalten kann.

Im Anschluss hat er uns noch geholfen, ein Hotel zu finden. Nach einer kurzen Verhandlung konnten wir im Arlinas Inn übernachten, einem kleinen Bungalow Hotel mit eigener Thermalquelle.

Des Weiteren sollte man für die Tour gut vorbereitet sein.

  1. Da es etwas kalt werden kann, haben wir uns wärmere Klamotten mitgenommen. Für mich als jemand der an kältere Temperaturen gewöhnt ist, war eine Sweatshirt Jacke und eine normale kurze Hose jedoch ausreichend.
  2. Da der Weg sehr beschwerlich sein kann, sind Flipflops keine gute Wahl für diese Wanderung. Richtige Wanderschuhe sind natürlich am besten, für mich waren meine Laufschuhe aber auch ausreichend.
  3. Wir hatten etwa 2 Liter Wasser für 2 Personen eingepackt, wobei ich mich an anderen Artikeln orientiert habe. Ich fand dies offen gesagt sehr knapp bemessen und würde ein wenig mehr empfehlen. Macht euch keine Sorgen, wenn das Wasser fast alle ist, wenn ihr oben seit. Auch wir haben das meiste beim Aufstieg verbraucht.
  4. Die meisten Guides scheinen mehrere Taschenlampen zu haben, wir haben jedoch unsere eigene mitgebracht.

Der Aufstieg

Nun also zu der eigentlichen Tour. Wir haben unsere Tour um etwa 4 Uhr morgens von unserem Hotel aus gestartet. Nachdem wir mit dem Roller noch durch das Dorf zum Startpunkt gefahren sind, ging es zu Fuß mit Taschenlampe bewaffnet los.

Von dort aus ging es einige Zeit durch den Dschungel, auch hier sollte man sich vor dem steil abfallenden Wegesrand und einigen unwegsamen Stellen hüten.
Anschließend ging es für etwa eine Stunde quer durch ein erstarrtes Lavafeld, welches wie bereits erwähnt sehr unwegsam ist. Dabei empfiehlt es sich, sich öfter mal umzudrehen um den Ausblick über das Tal mit dem See zu genießen!

Wir sind dann etwa 20 Minuten vor Sonnenaufgang oben am Gipfel Gipfel des Gunung Batur angekommen, wo man den Sonnenaufgang, das tolle Panorama oder einfach die Erfahrung auf einem Vulkan zu stehen genießen kann.
Zum Frühstück haben wir dann unter anderem ein gekochtes Ei bekommen, welches vom Vulkan selber gekocht wurde – schmeckt nicht besonders anders als ein normales gekochtes Ei aber eine interessante Erfahrung 😉

Der folgende Abstieg dauerte dann etwa die Hälfte der Zeit, die wir für den Aufstieg gebraucht haben, passt aber besonders in dem Lava Feld auf, da man dort leicht ins Rutschen geraten kann.

Nachdem wir den Gunung Batur bestiegen haben, wollten wir auch den Gunung Agung besteigen, mussten dies aber wegen des Wetters abbrechen. Solltet ihr euch dafür interessieren, empfehle ich auf dieser (englischen) Webseite nachzuschauen. Es sollte gesagt sein, das der Gunung Agung weit höher ist und auch für erfahrene Wanderer wohl eine Herausforderung darstellt, wenn ihr also nur auf einem Erholungsurlaub seid, ist der Gunung Batur wahrscheinlich die bessere Wahl, während der Agung sich wohl eher für erfahrene Wanderer anbietet, die ihre Grenzen erproben wollen.

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